Neues Heim glück allein

Jetzt sind wir also einen Monat in hier in Vancouver. Vieles haben wir inzwischen gesehen und uns auch häuslich niedergelassen. Es ist also Zeit euch unser Heim vorzustellen. Es hat einen Namen – Taliesin und ist in Kitsilano – „dem“ Innviertel von Vancouver, wenn es darum geht Nachhaltig und Umweltfreundlich zu leben. Wir sind praktisch von Bio, Yoga und Aromatherapie umzingelt (echt jetzt, allein in 10 Minuten Laufweite gibt es 8 Yogaschulen).

Auf den Fotos seht ihr ja die asiatisch angehauchte Architektur und, wie sollte es anders sein, dass unser Condo (Kondominium) aus Holz gebaut ist – wie fast alle Wohnhäuser hier. Unsere Wohnung ist eine Art Studio – also Wohnzimmer mit Kochecke und ein Minischlafzimmer gleich daneben. Aber immerhin eine Terasse, begehbaren Kleiderschrank, Spülmaschine, Waschmaschine und Trockner, riesiger Kühlschrank und Backofen und eine Badewanne. Nicht zu vergessen den Gas-Kamin. Also lässt es sich darin ganz gut leben.

Überhaupt ist die Wohnung gut gelegen – die Vine-Straße ist auch ganz in der Nähe 😉 Dass wir den Strand in 10 Minuten zu Fuß erreichen können darf man auch nicht vergessen. Und wenn wir mal keine Lust haben den Bus zu nehmen können wir auch gemütlich in einer 3/4 Stunde zur Granville Island spazieren. Eine künstliche Insel mit Theatern, einem tollen Markt und vielen (viel zu teuren) Geschäften. Das Tollste an Granville Island ist aber die Aussicht – und der Wild Sweet Orange Tea.

Natürlich wollen wir euch auch Chinatown nicht vorenthalten. Nachdem wir sehr viel chinesisch und asiatisch essen ist es auch logisch dass wir zwischendurch uns originale Zutaten holen. Nachdem über 300.000 Chinesen in Vancouver Metro leben ist Chinatown nicht mehr der einzige Ort wo sich Asiaten aufhalten, hat aber mit seinen Apotheken und Märkten doch noch seinen flair.
Original chinesisch essen gehen wir aber in die Gegend wo wir die erste Woche verbracht haben. Dort gibt es Restaurants, wo nur 1-2 Angestellte überhaupt englisch sprechen und die Preise sind auch besser. Aber auch die Portionen. Wir haben nicht schlecht gestaunt als wir in einem Restaurant eine ganze Ente serviert bekommen haben (13 Dollar) und 1 Liter Suppe (8 Dollar), Aber die Chinesen haben große Familien und gehen halt zu zehnt essen. Den Rest, den man nicht verdrückt bekommt man ungefragt eingepackt und so hat man auch noch an den nächsten Tagen was davon.

Was wäre ein Wohnung im Dezember ohne einen Weihnachtsbaum. Den haben wir uns in der örtlichen Oberschule geholt und somit die High-School Sport Group unterstützt. Denn hier wird alles für den Guten Zweck gemacht. Überall kann man Spenden und wird gespendet und Firmen machen drauf aufmerksam dass sie spenden. Eine Firma die das nicht macht ist unten durch – also machen es alle. Ach ja Weihnachtsbäume. Wer sich wundert warum amerikanische/kanadische Weihnachtsbäume so schön konisch sind darf sich das Foto mit den abgeschnittenen Zweigen nicht entgehen lassen. Wir haben uns dann doch für einen traditionellen nicht gestutzten Baum entschieden.

Über eines wundern wir uns aber schon ein bisschen. Die Temperaturen sind hier zwischendurch schon recht mild (auch mal gern 8-9 °C), aber die Leute hier laufen auch bei 2°C rum als wären wir im Hochsommer. Jacken, Strümpfe, geschlossen Schuhe und lange Hosen sind anscheinend Mangelware.

Etwas das keine Mangelware ist und jederzeit anzutreffen sind Gummistiefel. Bei uns in Europa sind sie nur Mode, hier aber eine Notwendigkeit (es regnet hier schließlich fast jeden Tag). Deshalb braucht man wasserfeste Schuhe und Jasmine wollte es sich nicht nehmen lassen auch Gummistiefel zu tragen. Man muss sich ja anpassen. Dazu möchte sie nur noch sagen: „Damit mein Vadder a mol was zu lache hot, hab ich mer a emol ä paar Gummistiwwel gekaaft. Ich glaab awwer, mit denne kan ma net ins Feld gehe…“

Zum Abschluss noch ein paar kulinarische Notizen. Lachs schmeckt super und ist auch nicht teuer – und Hotpot ist unsere neue Pizza (d.h. Pizza essen kann man hier eh vergessen, also gehen wir hin und wieder Hotpot essen).
Hotpot ist auch als mongolischer Feuertopf bekannt oder als chinesisches Fondue. Nur halt in Original zwischen „einheimischen“ und Kellnern die kein englisch sprechen. Da steht ein Suppentopf mit 2 verschiedenen Brühen auf einem Induktionsfeld brodelnt vor einem und man fischt die leckeren Zutaten (all you can eat) mit Stäbchen oder Netzen raus. Ein Genuss und eine Sauerei (wenn ich beteiligt bin) gleichermaßen.

Was wir noch gelernt haben:

  • XXL Eier sind hier klein und würden bei uns gerade mal als M durchgehen
  • Carbonated Water (Wasser mit Kohlensäure) haben wir jetzt gefunden – ist aber laut Hersteller nur 3 Monate haltbar ?????
  • Mozzarella ist hier so schnittfest dass es fast schon Parmesan ist
  • Dies gilt auch für Philadelphia
  • Dem Busfahrer dankt man beim Aussteigen aus dem Bus
  • Trinkgelder gibt man gar nicht so oft wie man glaubt
  • So das sollte inzwischen auch mal reichen und der nächste Beitrag wird ein Weihnachtsspecial.
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